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Fenster zum SeeFDTGstad062011001

Hoher Freizeitwert und Erholung pur, so könnte man die An­ge­bo­te und Möglichkeiten rund um den bayerischen Chiemsee be­schreiben. Um sich hier mit etwas Neuem von der Vielzahl an At­trak­tio­nen abzusetzen, muss man schon etwas ganz Be­son­de­res bie­ten. Das ist der Gemeinde Gstadt a. Chiemsee mit dem Neubau eines Res­tau­rants und einer Parkanlage auf einem prädestinierten Grundstück di­rekt am See ohne Zweifel gelungen.

Augenschmaus und Gaumenfreuden

FDTGstad062011002Von den Traunsteiner Architekten Stefula + Strasser ge­plan­t, ist das Restaurant “Hofanger“ Teil der Parkanlage und fügt sich als Rund­bau gleichermaßen behutsam und markant in die sensible Lage zwi­schen Kirche und Fraueninsel ein. Mit der gleichnamigen Park­an­la­ge wurde von dem Traunsteiner Landschaftsarchitekturbüro Schuardt ein Kultur- und Naturpark der besonderen Art gestaltet. Hier bieten das Restaurant, ein Strandbad mit Beach-Volleyball, der Rosen- und Kräu­tergarten und der Obstanger, sowie die vielfältigen Spiel­mög­lich­keiten allen Besuchern ein besonderes Erlebnis und eine An­re­gung der Sinne und der Phantasie.

In den Hang eingebunden

Der Baukörper selbst ist nahezu vollständig in den Hang hineingebaut. Er öffnet sich dank Glasfassade im Halbrund zum See. Außer­ge­wöhn­lich auch die Erschließung von der höher gelegenen Stra­ße: Ein Trep­pen­pa­villon in FDTGstad062011003Glas-Stahl-Konstruktion ragt über die im Halbkreis an­ge­ord­­neten „sichtbaren“ Dachflächen und ermöglicht den direkten Zu­gang von „oben“. Dank der großzügigen Fen­ster­fron­ten genießen die Gäs­te von nahezu allen 65 Sitz­plät­zen im Innen­be­reich einen ebenso intensiven Rund-Blick wie die 75 Gäste auf der Restaurant-Terrasse. Auch trotz des durchgestalteten modernen Ambientes bleibt der größte op­ti­sche Reiz ohne Zweifel der traumhafte Panoramablick auf den Chiemsee zur Fraueninsel.

FDTGstad062011004Panoramageometrie

Auch der Baukörper selbst öffnet sich in seiner Geometrie zum See. Wie das Objektiv einer Panoramakamera bildet der Res­tau­rant- und Kioskkomplex einen sich zum See aus­ge­rich­te­ten Halbkreis. Weiter zurückgesetzt die Funktionsgebäude, die in den Hang integriert, sich dem Hauptbau unterordnen. Dank des abgesetzten, aus­kra­gen­den Dach­über­stan­des übernimmt der Baukörper den Pavillon­cha­rak­ter des mittigen Treppenhauses. Mit dessen Zeltdach wiederholt sich zugleich die Rundung der Grund­ge­stal­tung. Während das Ge­bäu­de vom Ufer und See aus vor allem Glasfassade ist, zeigt sich von der höher gelegenen Straße ein völlig neues Bild. Hang und Gebäude verschmelzen ineinander dank begehbarer Dachflächen. Der mittigen Er­schlie­ßung über das Treppenhaus ist eine begrünte Zone nach­ge­lagert, die das Dach des Neubaus optisch in die Landschaft einbindet.

Besondere DachnutzungFDTGstad062011005

Zur bautechnischen Umsetzung des teilbegrünten und teil­be­geh­ba­ren Daches musste eine abdichtungstechnische Lösung ge­fun­den wer­­den, die der Nutzung Rechnung trägt. Zum Einsatz kam die PIB-ba­sierte Gründachbahn Rhe­pa­nol® hg der Mannheimer FDT Flach­dach­Technologie GmbH & Co. KG. Sie verbindet die bewährten Ei­gen­­schaf­ten der Rhepanol® Kunststoff-Dachbahn mit der Füge­tech­nik im Heißluft-Verfahren. Auch dadurch ist die hoch­wer­tige Ab­dich­tungs­bahn wur­zel- und rhizomfest, wie eine Prüfung nach FLL-Richt­­li­nien bestätigt. Ver­stärkt wird die mo­der­ne Be­grü­nungs­bahn durch eine mittige Glas­vlies­einlage. Damit ist Rhepanol® hg die ideale Grund­l­a­ge für begrünte Dächer.

FDTGstad062011006Gute Grundlage für Gründächer

Im lose verlegten Schichtenaufbau kommt die Bahn als Ab­dich­tung unter Auflast mit Be­grünung zum Einsatz. Selbst­re­dend be­ein­trächtigen Lösungen aus natürlich vor­kom­menden Che­mi­ka­li­en ihre Funktionstüchtigkeit nicht. Die von Weich­ma­chern und ha­lo­ge­nen Brand­schutzmitteln freie Rhepanol® hg ist zudem durch ein neu­tra­les Institut nach DIN EN ISO 14040 ff im Rah­men einer Ökobilanz zer­tifiziert. Zugleich ist sie hochfest gegen Perforation und verfügt ne­­ben UV- und Ha­gel­schlag-Beständigkeit (ge­mäß SIA 280) auch über eine Käl­te­fle­xi­bilität bis -60° Celsius.

Mit Begrünung ein Teil der NaturFDTGstad062011049

In Gstadt bildet die lose verlegte Kunststoff-Dachbahn die Grund­lage für den weiteren Dachaufbau sowohl im Bereich der be­­gehbaren wie auch der begrünten Dachbereiche. Als Ab­dich­tung erfüllt sie die gleiche Funktion wie eine unbegrünte Dach­bahn. Zur Trennung zwi­schen Abdichtung und weiteren Schich­ten brachten die Dach­hand­wer­ker ein Vlies auf, das die Dach­bahn zusätzlich schützen soll. In den begrünten Bereichen kam ein System für extensive Begrünung mit Sedum, Gräsern und Kräu­tern zum Einsatz, das aus Drai­nage- und Substratschicht be­steht. Die abgesetzten Dach­be­rei­che un­mit­tel­bar über dem Res­tau­rant weisen eine leichte Neigung auf. Hier fassten die Dach­handwerker die Be­grü­nungs­zonen mit Edel­stahl­leis­ten ein, um das Ab­rutschen der Dach­auf­bauten zu ver­hin­dern. Alle begrünten Be­reiche wurden – auch aus brand­schutz­tech­ni­schen Grün­den – zudem mit einer Kies­schicht umfasst.

FDTGstad062011051Fazit: Genuss für Auge und Gaumen

Mit dem Neubau am See in Gstadt gelang der Gemeinde eine attraktive Kombination aus moderner Gastronomiearchitektur und erlebnisreicher Umfeldnutzung. Die optische Eingliederung des Bau­kör­pers in die vorhandene Topografie verstärkt zugleich die gebündelte Funk­tionalität von Ruhe-, Genuss- und Aussichtspunkt. In Verbin­dung mit der gastronomischen Konzeption entstand ein neues lukul­lisches Ziel am Chiemsee, das Auge und Gaumen gleichermaßen berührt.

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