FDT - Lichtplattensysteme
Licht und Luft
Für landwirtschaftlich genutzte Bauwerke gelten besondere Anforderungen. So stehen für Reithallen, Unterstände oder Stallungen weniger die dämmtechnischen Aspekte im Vordergrund. Vielmehr müssen die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden, damit die Gebäude ausreichend belüftet und belichtet werden.
Gute Luft im Stall
Insbesondere bei Stallung für Milchvieh ist die Be- und Entlüftung sowohl für die Tiere als auch für die Bausubstanz entscheidend. Denn ein gutes Raumklima mit einem hohen Luftwechsel ohne Zugerscheinungen trägt maßgeblich zur Tiergesundheit und damit auch zu einem guten Ertrag bei. Zugleich sollten Stallungen auch ausreichend belichtet sein. Nicht immer sind die notwendigen baulichen Bedingungen dafür gegeben. Das liegt häufig an den bereits in die Jahre gekommenen Gebäuden. Aber auch beim Neubau von Tierstallungen verbirgt sich hinter der optimalen Belüftung und Belichtung manch konstruktives Problem.
Licht von oben
Bekanntermaßen kommt das beste Licht von oben. So ist der Lichtverteilungsgrad bei Lichtkuppeln oder Lichtbändern um ein vielfaches höher als bei Fenstern in den Außenwänden. Und was für Wohn- oder Gewerbebauten gilt, das trifft natürlich auch für landwirtschaftlich genutzte Bauwerke zu. Hier findet man jedoch vorzugsweise Kaltdachkonstruktionen, die mit großformatigen Bedachungsmaterialen gedeckt sind. An einen Einbau von „klassischen“ Lichtkuppeln oder Lichtbändern ist hier nicht zu denken.
Bewährte Werkstoffe
Speziell zur Belichtung von oben werden für das jeweilige Bedachungsmaterial passende Lichtplatten angeboten. Sie fügen sich problemlos in das Deckgefüge der Bedachung ein und sind aufgrund ihrer Materialzusammensetzung entsprechend hoch lichtdurchlässig. Werkstoff für solche Lichtplatten ist z. B. PVC-hart.
Je nach Ausführung der Endprodukte bietet qualitativ hochwertiges PVC-hart eine Lichtdurchlässigkeit von ca. 90 %. In Verbindung mit einer wetterseitigen Oberflächenvergütung wird diese Lichtdurchlässigkeit über viele Jahre hinweg dauerhaft konstant gehalten. Insbesondere gegen Witterungseinflüsse wie UV-Strahlung, Hitze, Frost und Niederschläge bietet solch eine Vergütung zusätzlichen Schutz.
Robust und formstabil
Auch zeigen sich Lichtplatten aus PVC-hart besonders robust. Sie sind erhöht schlagzäh. Darüber hinaus sind sie Hagelschlag-getestet (gemäß SIA 280). Dank eines hohen Erweichungswertes – Vicatwert – zeigen sich Lichtelemente aus PVC-hart entsprechend formstabil, was für den Einsatz auf dem Dach von besonderem Vorteil ist. Im Gegensatz zu anderen Werkstoffen für Lichtelemente wie z. B. Polycarbonat ist PVC-hart hoch chemikalienbeständig. Speziell gegen aggressive Ammoniakverbindungen, die gerade in Tierstallungen vermehrt vorkommen, ist der Werkstoff äußerst widerstandsfähig.
Im Falle eines Brandes zeigen sich Lichtelemente aus PVC-hart schwer entflammbar – Baustoffklasse B 1 nach DIN 4102-1. Beim Brandverhalten können die PVC-hart-Produkte zusätzlich punkten. So brennen diese nicht in eigener Flamme, tropfen nicht brennend ab und tragen grundsätzlich den Brandherd nicht weiter. Ab einer Temperatur von ca. 110° C reißen die Elemente im Brandfall auf und ermöglichen so den Rauch-Wärme-Abzug.
Bis in den letzten Winkel
Um die Lichtausbeute nochmals zu optimieren und zugleich das Aufheizen von Gebäuden zu reduzieren entwickelte man ein spezielles Licht streuendes Material. Wie durch tausend kleine Spiegel wird das einfallende Licht gebrochen und in einem annähernd 180°-Winkel dreidimensional gestreut. Dadurch erreicht das einfallende Licht auch die hintersten Winkel eines Gebäudes. Gleichzeitig verhindert diese spezielle Materialentwicklung die Bildung von Schlagschatten und eliminiert nahezu vollständig die Blendwirkung. Dieser Effekt ist insbesondere beim Einsatz auf Reithallen richtungsweisend. Denn Pferde scheuen gerade bei stark blendendem Lichteinfall und scharfem Schlagschatten.
Trotz der enormen Lichtausbeute reduziert das lichtstreuende Material die Aufheizung erheblich. Dies wirkt sich positiv auf das Raumklima und damit auch auf die Tiere aus.
Ideal zu kombinieren
Lichtplatten aus PVC-hart werden passend für die üblicherweise verwendeten großformatigen Bedachungsmaterialien gefertigt. Dabei berücksichtigt man sowohl die unterschiedlichen Profile von Stahltrapez-Blechen als auch die Wellenprofile von Aluminium- oder Faserzementplatten. Je nach Größe des Gebäudes ordnet man die Lichtplatten innerhalb der Deckung der jeweiligen Dachfläche an. Zudem kann die Belichtung auch direkt im First verlaufen. Hier kommen dann anstelle der Lichtplatten so genannte Lichtfirst-Elemente zum Einsatz. Sie bestehen aus dem gleichen PVC-hart Werkstoff und weisen entsprechend die gleichen Produkteigenschaften auf wie Lichtplatten. Durch eine spezielle Umformtechnik werden die Lichtfirst-Elemente auf die jeweilig erforderliche Dachneigung angepasst.
Belichtung und Belüftung in einem
Um nicht nur die Belichtung, sondern auch die Belüftung von landwirtschaftlich genutzten Gebäuden optimal zu gestalten, kombinierte man die Belichtung von oben mit einer definierten Entlüftung. So entstand ein Lichtfirst-System aus PVC-hart, was zugleich für eine ausreichende Entlüftung sorgt. Es ist für Dachneigungen von 10° bis zu 45° einsetzbar und verfügt über definierte Lüftungsquerschnitte von 2400 cm2/m, 3600 cm2/m, 5400 cm2/m und 7200 cm2/m. Die Lüftungsfirstsysteme sind sowohl für symmetrische wie für asymmetrische Dachkonstruktionen verfügbar. Dank einer ausgeklügelten, korrosionsfreien Konstruktion aus Aluminium verfügt das Lichtfirstsystem nicht nur über fest definierte Lüftungsöffnungen sondern auch über einen gesonderten Schutz gegen Feuchtigkeitseintrieb. Aus der Gesamtkonstruktion ergibt sich zudem eine besondere Aerodynamik, die für eine hohe Luftwechselrate sorgt. Für Sonderzwecke, wie z. B. bei Reithallen, lässt sich der Lüftungsquerschnitt mittels einer angetriebenen Klappenkonstruktion stufenlos variieren.
Offen-First-Ställe
Eine weitere Variante ist ein System für die Belichtung und Entlüftung von Offen-First-Ställen. Eine stabile, ausgesteifte Aluminium-Konstruktion sorgt für den sicheren Halt des Systems am Dachfirst. Dank der transparenten Aufkantung kombiniert mit der Einbindung der Dachfläche lässt sich eine breite Belichtung erzielen. Die objektbezogene Höhe der Aufkantung wird auf die Firstöffnung abgestimmt und kann bis zu 0,8 m hoch sein. Durch die leicht geneigte Aufkantung kommt es zudem zu einer Verbesserung der Thermik.
Vielseitig einsetzbar
Ob in modernen, neu erbauten Stallungen oder bei Bestandsgebäuden, die fachgerechte Belichtung und Belüftung ist dank bewährter Systeme aus PVC-hart problemlos umsetzbar. Material und Konstruktion der Systeme sind ideal auf die Anforderungen im landwirtschaftlichen Bereich abgestimmt. Ob in der Dachfläche oder direkt im First, die modernen Lichtsysteme sind in nahezu allen Standardprofilen erhältlich und sowohl beim Neubau als auch bei der Nachrüstung schnell zu montieren. Insbesondere bei der Nutzung der Dachflächen von Reithallen oder Stallungen zur Installation von PV-Systemen bieten Lichtfirst-Systeme aus besonders Licht streuendem Material die ideale Lösung für die ausreichende Belichtung.
7.159 Zeichen