Zeige Navigation

Ausreichend Platz für künstlerische Arbeiten in der Werkhalle der Dachdecker-Meisterschule der Handwerkskammer zu Köln

Ausreichend Platz für künstlerische Arbeiten in der Werkhalle der Dachdecker-Meisterschule der Handwerkskammer zu Köln

Motivierte Dachdecker und Dachdeckerinnen fertigen in Köln Schieferornamente an. Sie schneiden, ordnen und fixieren Steine mit höchster Präzision. Am Ende der Woche zeigt sich, wer dem Material wirklich etwas entlockt.

download

Rückkehr eines besonderen Kurses

In der Werkhalle der Dachdecker-Meisterschule der Handwerkskammer zu Köln entsteht wieder Schieferkunst. Nach mehrjähriger Pause treffen sich Dachhandwerker aus dem gesamten Bundesgebiet zum traditionsreichen Ornamentkurs. Hier planen sie Motive, behauen Steine und setzen daraus Stein für Stein ein Bild aus Schiefer. Fünf Tage lang zählt Konzentration. Der Kurs verbindet Handwerk, Präzision und gestalterischen Anspruch.

Neuer Leiter, bewährtes Fundament

beitragsbild2 tornow

Ornamentdetail mit bearbeitetem Schiefer

Erstmals liegt die Kursleitung in den Händen von Johannes Seger, der bei der Vorbereitung auf die langjährige Erfahrung seines Kollegen Mike Lindner zurückgreift. Seger führt den Lehrgang klar und strukturiert. Theorie und Praxis greifen ineinander. Er gibt Orientierung und lässt zugleich Raum für eigene Ideen.

Das Herz des Kurses bilden weiterhin Uwe Bierbaum und Martin Lorenz. Die beiden Dozenten begleiten jede Arbeit mit Erfahrung und sicherem Gespür für Form und Proportion. Sie greifen ein, wenn es hakt, und treten zurück, wenn sich Lösungen abzeichnen. Ihr Wissen wirkt direkt am Ornament.

Vom Entwurf zur Fläche

Der Kurs beginnt mit einer kompakten Einführung. Die Teilnehmenden wählen Motive im Vorfeld, prüfen Proportionen und bekommen vonseiten der HWK Köln Vorlagen und Holzplatten vorbereitet. Zwei identische Musterbögen bilden die Basis jedes Ornaments. Danach startet die Arbeit: schneiden, sortieren, anordnen, fixieren. Aus kleinen Steinen wachsen Linien, aus Linien entstehen Bilder. Erst mit Abstand entfaltet sich die Wirkung.

Die begrenzte Größe der Ornamente bewährt sich erneut. Sie hält den Fokus hoch und ermöglicht den Abschluss aller Arbeiten. Am Ende der Woche stehen individuelle Stücke: Wappen, Tiere, Szenen, Zeichen. Jedes trägt die Handschrift seines Machers.

Material als verlässliche Grundlage

Ein Großteil des benötigten Farbschiefers stammt auch 2026 von der Primero-Schiefer GmbH aus Wipperfürth. Die natürliche Farbgebung und die gute Bearbeitbarkeit schaffen eine sichere Basis für präzises Arbeiten. Viele Teilnehmende setzen neben dem traditionellen Behauen auf eine spezielle Schneidtechnik mit maschineller Unterstützung, um feine Formen sicher umzusetzen.

Finale mit Wirkung

Am letzten Tag stehen die Ornamente nebeneinander. Sie werden fotografiert, verladen und gehen direkt mit in die Betriebe – als Referenz, Blickfang oder Startpunkt für neue Projekte. Die Hände sind müde, der Stolz sichtbar.

Der Ornamentkurs 2026 zeigt erneut, warum das Kölner Kursangebot für Schieferhandwerker ein fester Punkt im Kalender bleibt. Hier zählt Genauigkeit statt Tempo. Wirkung statt Masse. Große Bilder entstehen aus kleinen Steinen – und von Menschen, die ihr Handwerk lieben. Interessierte sollten das Weiterbildungsangebot der HWK Köln im Blick behalten, um den Ornamentkurs 2027 nicht zu verpassen.